Auf Basis der Masseneinwanderungsinitiative wurde die Initiative in einen Inländervorrang light umgesetzt. Im Versuch eine einfache Regelung zu erarbeiten ist eine auf den ersten Blick zwar eindeutige Handhabe herausgekommen, bringt aber doch auch viele Herausforderungen und Konsequenzen für die Wirtschaft die ab dem 1. Juli 2018 eingehalten werden muss.

Quo vadis «Inländervorrang light»

Aber was bedeutet «Inländervorrang light» jetzt genau und was kommt auf die Unternehmen zu? Das Wichtigste in Kürze:

  • Es wird keine Kontingente geben
  • Für bestimmte Berufe wird es eine Stellenmeldepflicht geben
  • Bilaterale Verträge werden eingehalten und sind gesichert
  • Die Regelung gilt für Festanstellungen wie auch Temporäre Anstellungen

Im Detail müssen dabei die Unternehmer bei der Besetzung von Stellen, folgende wichtigen Inhalte wissen und beachten:

  • Ab dem 1.7.2018 gilt für alle Berufsgruppen der Schweizer Berufsnomenklatur 2000 (immerhin über 500 Berufsgruppen) mit einer gesamtschweizerischen Arbeitslosenquote von 8 % oder mehr, die strikte Einhaltung der Stellenmeldepflicht (eine genaue Liste soll im April folgen)
  • Ab dem 1.1.2020 definitive Umsetzung mit 5% gesamtschweizerischen Arbeitslosenquote

So funktioniert die Stellenmeldepflicht:

  • In Berufsgruppen (Schweizer Berufsnomenklatur 2000) mit 8 % Arbeitslosigkeit oder mehr müssen offene Stellen dem RAV gemeldet werden
  • Innert 3 Tagen meldet das RAV dem Arbeitgeber Kandidatenvorschläge für die gemeldete Stelle
  • Nachdem mit den vom RAV vorgeschlagenen Kandidaten Interviews geführt wurden, muss über deren Ausgang Auskunft geben
  • Erst nach 5 Tagen Gesamtdauer ist man berechtigt die Stelle öffentlich auszuschreiben oder zu besetzen

Persaga_InländervorranglightDas bedeutet also, dass zu besetzende Stelle in den Unternehmen erst den Stellensuchenden zur Verfügung gestellt werden, bevor es im offenen Markt publiziert werden darf um im Arbeitsmarkt befindliche Kandidaten anzusprechen.

Es gilt auch zu beachten, dass der Prozess der Stellenmeldepflicht nicht beginnt, wenn man beim RAV anfragt ob die zu besetzende Stelle jetzt unter die Regelung fällt oder nicht.

Die MEI Umsetzung via «Inländervorrang light» definiert auch Ausnahmeregelungen, die aber nicht zwingend die Stellenmeldepflicht ausser Kraft setzen:

  • Beim RAV gemeldete Stellensuchende dürfen jederzeit auch ausserhalb der Stellenmeldepflicht eingestellt werden
  • Von der Regelung ausgenommen sind auch nahe Verwandte
  • Ausnahmeregelung gibt es auch für Kurzeinsätze bis 14 Tage
  • Lernende nach Abschluss im Betrieb und Mitarbeitende mit mehr als 6 Monaten im Betriebszugehörigkeit können auch angestellt werden

Als Personaldienstleister sehen wir diese Regelung – wie auch andere – sehr kritisch und an den Bedürfnissen der Unternehmen und somit auch unserer Kunden vorbei. So wird es eindeutig eine grosse Herausforderung für alle Marktteilnehmer kurzfristige und dringende Arbeitseinsätze reibungslos umsetzen zu können. Inwieweit das RAV für die Regelung und die wachsenden Herausforderungen gewappnet sein werden, bleibt abzuwarten.

PERSONALDIENSTLEISTER ALS WEGBEREITER

Als spezialisierter Personaldienstleister sind wir auch verpflichtet dem «Inländervorrang light» nachzukommen. Wir müssen uns somit nicht nur vom ersten Tag an damit auseinandersetzen, sondern erarbeiten uns folgerichtig auch das notwendige Know-how um für die Unternehmen als fundierter Geschäftspartner für den Inländervorrang beratend zur Seite zu stehen.

Die Stellenmeldepflicht macht die Rekrutierung leider nicht einfacher und wird einen massiven administrativen Mehraufwand nach sich ziehen, aber wir sind uns sicher, dass wir auch zukünftig unseren Kunden, durch das richtige Profil zur richtigen Zeit, dabei helfen werden erfolgreich zu sein.

Sie haben Fragen zur MEI und der Regelung des «Inländervorrang light»? Dann melden Sie sich bei uns, wir helfen Ihnen gerne.

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