Das jährlich vom AWA veranstaltete Arbeitgeberforum im Schloss Lenzburg befasste sich am 29. Mai 2018 mit den Themen „Stellenmeldepflicht – Zusammenarbeit mit dem RAV“ sowie „Karriere – Glück, Zufall oder Plan?“.

Herr Buchmann als Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit zeigte nochmals die Regelungen der umgesetzten Masseneinwanderungsinitiative auf.

So funktioniert es:

Im Detail müssen dabei die Unternehmer bei der Besetzung von Stellen, folgende wichtigen Inhalte wissen und beachten:

  • Ab dem 1.7.2018 gilt für alle Berufsgruppen der Schweizer Berufsnomenklatur 2000 (immerhin über 500 Berufsgruppen) mit einer gesamtschweizerischen Arbeitslosenquote von 8 % oder mehr, die strikte Einhaltung der Stellenmeldepflicht (eine genaue Liste soll im April folgen)
  • Ab dem 1.1.2020 definitive Umsetzung mit 5% gesamtschweizerischen Arbeitslosenquote

So funktioniert die Stellenmeldepflicht:

  • In Berufsgruppen (Schweizer Berufsnomenklatur 2000) mit 8 % Arbeitslosigkeit oder mehr müssen offene Stellen dem RAV gemeldet werden
  • Innert 3 Tagen meldet das RAV dem Arbeitgeber Kandidatenvorschläge für die gemeldete Stelle
  • Nachdem mit den vom RAV vorgeschlagenen Kandidaten Interviews geführt wurden, muss über deren Ausgang Auskunft geben
  • Erst nach 5 Tagen Gesamtdauer ist man berechtigt die Stelle öffentlich auszuschreiben oder zu besetzen

Das bedeutet also, dass zu besetzende Stelle in den Unternehmen erst den Stellensuchenden zur Verfügung gestellt werden, bevor es im offenen Markt publiziert werden darf um im Arbeitsmarkt befindliche Kandidaten anzusprechen.

Es gilt auch zu beachten, dass der Prozess der Stellenmeldepflicht nicht beginnt, wenn man beim RAV anfragt ob die zu besetzende Stelle jetzt unter die Regelung fällt oder nicht.

Die MEI Umsetzung via «Inländervorrang light» definiert auch Ausnahmeregelungen, die aber nicht zwingend die Stellenmeldepflicht ausser Kraft setzen:

  • Beim RAV gemeldete Stellensuchende dürfen jederzeit auch ausserhalb der Stellenmeldepflicht eingestellt werden
  • Von der Regelung ausgenommen sind auch nahe Verwandte
  • Ausnahmeregelung gibt es auch für Kurzeinsätze bis 14 Tage
  • Lernende nach Abschluss im Betrieb und Mitarbeitende mit mehr als 6 Monaten im Betriebszugehörigkeit

Vorab der unterhaltsamen Podiumsdiskussion mit Rita Baechler, Sina, Karim Twerenbold sowie Monika Walser referierte Frau Baechler sehr kurzweilig über das Zusammenspiel von Glück, Zufall oder Plan für die Karriere.

Alles in allem war es bei sonnigem Wetter ein informativer und toller Anlass des AWA und die über 100 Teilnehmer konnten sich beim geselligen Apero im Hof des wunderschönen Schloss Lenzburg über das referierte austauschen.

Als spezialisierter Personaldienstleister sind wir auch verpflichtet dem «Inländervorrang light» nachzukommen. Wir müssen uns somit nicht nur vom ersten Tag an damit auseinandersetzen, sondern erarbeiten uns folgerichtig auch das notwendige Know-how um für die Unternehmen als fundierter Geschäftspartner für den Inländervorrang beratend zur Seite zu stehen.

Die Stellenmeldepflicht macht die Rekrutierung leider nicht einfacher und wird einen massiven administrativen Mehraufwand nach sich ziehen, aber wir sind uns sicher, dass wir auch zukünftig unseren Kunden, durch das richtige Profil zur richtigen Zeit, dabei helfen werden erfolgreich zu sein.

Sie haben Fragen zur MEI und der Regelung des «Inländervorrang light»? Dann melden Sie sich bei uns, wir helfen Ihnen gerne.

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